Trachtengruppe Finsterbergen e.V.

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Über uns

Trachtengruppe Finsterbergen e.V.
-Die älteste Trachtengruppe Thüringens-

Die Trachtengruppe Finsterbergcn e.V. verfolgt das Ziel, heimatliches Brauchtum im Chorgesang, Volkstanz und Mundart zu pflegen und weiter zu geben.

Sie wurde 1895 auf Initiative des jungen Lehrers Gustav Hartung mit tatkräftiger Unterstützung heimatliebender Männer und Mitglieder der Spindlerkapelle gegründet.

Bereits 1894 gestaltete eine junge Trachtenschar aus Finsterbergen anlässlich der Gewerbeausstellung in Leipzig einen Hochzeitszug. eine Kindtaufe und andere Bräuche und erntete dafür reichen Beifall. Durch die Gestaltung von Wald- und Trachtenfesten, sowie öffentlicher Spinnstuben rückte die Trachtengruppe immer stärker in den Mittelpunkt zur Pflege der Heimatkultur im und außerhalb des Ortes.

Am 4.Dezember 1907 nahm die Trachtengruppe am 1. Trachtenfest in Gotha teil und erhielt mit den Ruhlaern Trachtlern Ehrenplätze bei den Einzugsfeierlichkeiten der "Hohen Herrschaften".

Bei dem 1. Trachtenfest in Reinhardsbrunn am 5.August 1908 waren die Finsterberger Trachtler und Spindler mit 132 Personen vertreten. Das Wirken der Trachten- und Spindlergruppe erweckt auch bei der Herzogin Victoria Adelheid zu Sachsen Coburg und Gotha große Aufmerksamkeit. Sie stiftete zum Erhalt der Trachten 1910 und 1912 den Konfirmandinnen Stoffe zur Anfertigung originalgetreuer Trachten.

Beim 1. Deutschen Volkstrachtenfest in Mainz 1914 konnte die Trachtengruppe den 2.Preis erringen.

Ab den 30er Jahren ermöglichten einheimische Liederkomponisten- und Texter wie W. Kehl und J. Blecken den mehrstimmigen Chorgesang. Das Auftreten der Finsterberger Trachtengruppe auf vielen Großveranstaltungen wie die Bauerfeste auf dem Bückeberg bei Goslar, das "Fest der Reise" oder "Tag des Rundfunks" in Leipzig, Olympiade und Funkausstellung in Berlin, "Weltkongress für Freizeit und Erholung" in Hamburg Blankenese machten den kleinen Kurort Finsterbergen deutschlandweit bekannt.

Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte 1945/46 ein Neubeginn der Brauchtumspflege unter der Leitung von Ursula Kühnreich, Tochter von W. Kehl. In kurzer Zeit eroberte sich die Finsterberger Trachtengruppe wieder Klang und Rang. So wurde sie zu Großveranstaltungen in Halle (Gründung des DFD), Berlin (Weltfestspiele der Jugend und Studenten für den Frieden), Oberhof(Eröffnung der Winterfestspiele) und andere Orte gerufen. Das Repertoire wurde um Singspiele und Theateraufführungen erweitert.

Die Mitgliederzahl stieg auf 72 Personen. Durch das Gestalten von Heimat-und Trachtenabenden waren wir in die kulturelle Betreuung unserer FDGB Urlauber mit eingebunden.

Auch zu Trachtenfreunden außerhalb der DDR wurden Verbindungen hergestellt und gepflegt. Unter ihrer Leitung konnten wir der oft geforderten Entfremdung unserer Brauchtumspflege teilweise widerstehen, so dass der ursprüngliche Charakter und das Ziel gewahrt werden konnte.

Durch die Wiedervereinigung wurde es bereits ab 1990 möglich. alte Freundschaftskontakte wieder herzustellen. Es folgten Reisen nach Neustadt/Weinstrasse, Obergeis. Kröv/Mosel, Raalte/Niederlande, München zum Oktoberfestumzug, Teilnahme am Sonntagskonzert des ZDF in Gotha, um nur einige zu nennen.

Nach dem plötzlichen Tod von Frau Kühnreich übernahm 1993 der seit 24 Jahren amtierende Vorsitzende Egon König auch die Chorleitung der Trachtengruppe.

1995 konnte die Finsterberger Trachtengruppe mit der Ausrichtung des 2.Thüringer Landestrachtenfestes gleichzeitig auch ihr IOOjähriges Bestehen -ohne Unterbrechungen feiern.

In den nachfolgenden Jahren wurde das 1993 erstmalig gefeierte Brunnenfest in der Brunnenstrasse - vormals Trift bzw. Lindenstrasse - unter der Leitung des Brunnenmeisters Herbert Faulstich, von der Trachtengruppe unter Mitwirkung der Heimatkapelle Finsterbergen ausgerichtet.

Inzwischen ist es ein echtes Traditionsfest geworden.
Zahlreiche Auftritte im und außerhalb unseres Ortes. Teilnahme an Umzügen bei internationalen Trachtenfesten, bei Bundes-. Landes-und Kreisstadtfesten, Fahrten zu befreundeten Trachtengruppen wie Ziegenhain, Neustadt/Lindau, Schellenberg/Lichtenstein oder zum Mittsommernachtsfest in Mora/Schweden, füllen das Vereinsleben aus.


Im Oktober 2000 übergab aus familieren Gründen Egon König die Chorleitung an Frau lnge Schöppe. Auch unter ihrer Leitung führt die Trachtengruppe Auftritte und Einsätze in gewohnter Weise durch.

Besonders erwähnenswert ist die Fahn nach Herrenberg. Die Tätigkeit der Trachtenmitglieder erschöpft sich aber nicht nur im Singen, Tanzen oder Auftritten bei Feierlichkeiten und Trachtenabenden.

Darüber hinaus pflegen Trachtenmitglieder den Raseborn bei der Kirche und schmücken zu Ostern und Pfingsten diesen lauschigen Platz. Unser Vereinsmitglied und Brunnenmeister baute hier eine Rundbank sowie weitere Ruhebänke an anderen Punkten.

Seit nahezu 10 Jahren wird kein Schulunterricht mehr im Ort erteilt. Dadurch ist auch der Kontakt zu den Schülern abgerissen. Die bestandene Kinder- und Jugendtanzgruppe wechselte teilweise zur Prinzengarde des Faschingklubs. Das Durchschnittsalter wird immer höher. Durch den fehlenden Nachwuchs ist der Fortbestand der Trachtengruppe gefährdet.

Alle, die gerne singen, tanzen und sich der Brauchtumspflege verbunden fühlen, sind uns herz1ich willkommen!

Dezember 2014 Egon König